Die Zukunft beginnt jetzt: Smart Energy am Gymnasium Münchberg?!

1./2.Juni  – Eine Gruppe von Schülerinnen, die „Smart City AG“, hatte die Gelegenheit, an der Hofer Universität ihre Ideen von Nachhaltigkeit den „Honoratioren“ vorzustellen.

Smart City ist ein Wirtschaftsförderungsprogramm, das durch Bayern „wandert“: Eine Region wird ausgewählt und dem Landkreis Geld zur Verfügung gestellt, um Möglichkeiten wirtschaftlicher Modernisierung unter den Aspekten Urbanisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit auszuloten. Auch Schülergruppen sollten einbezogen werden und ihre eigenen Ideen dazu Anfang Juni einem Gremium aus Politik und Wirtschaft vorstellen. Eine Chance, die wir nutzen wollten! – Seit September hat sich unsere AG regelmäßig getroffen. Etwa 10 Jugendliche haben bis zuletzt engagiert durchgehalten und nicht nur viel über Energiegewinnung, Energiesparen, Solarthermie und Photovoltaik erfahren, sondern auch über Fördermöglichkeiten und Entscheidungsebenen. Ziel sollte eine Photovoltaik für unser Dach sein. Experten kamen zu Besuch und gaben u.a. Einblick in die Energieträger in Münchberg (Herr Dietel, Herr Horn von den Stadtwerken), in Funktion und Wirkungsweise von Photovoltaikanlagen sowie zu berücksichtigende Planungsgrößen (Energieberater des Landratsamts Hof Hr. Dannhäuser) oder Hinweise für eine gute Präsentation (Frau Zeidler von Lamilux). Immer wieder blieben offene Fragen, die entweder durch Internetrecherchen der Schüler und Schülerinnen oder durch Anrufe bei den beteiligten Schulträgern (Landkreis Hof, Bauträger Apleona, Schulleitung/ Ministerium) zu klären waren. Es stellte sich bald heraus, dass der Altbau v.a. wegen des Denkmalschutzes kaum geeignet wäre für die Anbringung einer Photovoltaik-Anlage. Doch leider erhielten wir bald die Auskunft, dass erstens im Vertrag mit dem Bauträger (bis 2032) die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage per Kreistagsbeschluss ausgeschlossen worden ist und zweitens eine aufgesetzte Dachkonstruktion auf dem Flachdach des Neubaus aus Holz die Zusatzlasten nicht würde tragen können. Das alles sollte gelten, obwohl unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern dringend zu beenden ist! Man kann sich vorstellen, dass die Enttäuschung der Jugendlichen groß war. Welchen Sinn sollte jetzt noch eine Präsentation vor dem Gremium der Wirtschaftsförderung haben?  Die Gruppe entschied sich, das vorzutragen, was sie in diesem halben Jahr gelernt hatte: Wer sich für die Förderung nachhaltiger Energieträger einsetzt, gerät schnell an Grenzen, die durch Richtlinien und Bürokratie entstehen. Auf allen Ebenen gab es Menschen, die das Projekt begeistert begrüßten, wie etwa unser Bürgermeister, Herr Zuber, der sich Ende Mai noch Zeit für ein Gespräch nahm. Doch paradoxerweise dürfen wir nicht tun, was wir alle für sinnvoll, nein für dringend geboten halten! Unsere Smart-Energy-AG Münchberg wollte keine Traumvisionen für 2050 präsentieren, sondern einfordern, was notwendig ist:  Nachhaltige Energieerzeuger so schnell wie möglich installieren, auch auf unserem Dach!

Für die Schülerinnen besonders spannend waren die beiden Tage zur Vorbereitung und Vorstellung ihrer Ideen in den Räumen der Fachhochschule Hof. Sie durften am 1.Juni im Haus „Einstein 1“ die dortigen Work-Spaces nutzen, um mit Unterstützung die Präsentation auf „Hochglanz“ zu polieren. Tatsächlich wurde die textlastige Darstellung völlig umgekrempelt und auf die Vision „Smart Energy 2050“ zugespitzt. Dann war es endlich soweit: Im „Institut für Informationssysteme“ trafen nach den Soundchecks der Schülergruppen die Gäste ein, die zu den Projektideen der Schülerinnen und Schüler Stellung nehmen sollten. Als „Jury“ traten für die Politik außer dem Landrat Dr. Bär, die Hofer Oberbürgermeisterin Frau Döhla auf und für die Wirtschaft neben Frau Dr. Strunz von Lamilux, Herr Püttner, oberfränkischer Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Metall- und Elektroindustrie in Bayern. Nach den Projektskizzen der drei anderen Schulen waren unsere Mädels dran. Alle wuchsen über sich hinaus, präsentierten souverän und konnten Nachfragen kompetent beantworten. Auch der Jury fiel das besondere Engagement auf, mit dem unsere Schülerinnen ihr Anliegen vortrugen. Auf die letzte Bitte der Präsentation reagierte Herr Dr. Bär und versprach: „Wir werden uns noch mal zusammensetzen!“ DENN: „Die Zukunft beginnt jetzt, handeln wir jetzt!“

Wir wollen dranbleiben und lassen weitere Flächen prüfen, etwa den Mittelbau. Wir bedanken uns herzlich bei allen Unterstützern!

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