„Kompetenzzelten“ in Pottenstein.


Nachdem in den 8. Klassen im neuen Lehrplan ausdrücklich der Erwerb von Alltagskompetenzen erwünscht wird, hat das Klassenleiterteam der 8a (Schuljahr 2025/26) beschlossen, diese auch tatsächlich in einer außerschulischen Alltagssituation zu erwerben und ist dazu zelten gegangen. Aufgabe an die Klassengemeinschaft war, alles, was zu einem gelungenen Zelten notwendig war, selbst zu organisieren: Von der Auswahl des Zeltplatzes über das Aufteilen der Schlafplätze in den Zelten, die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkauf und Zubereitung von Lebensmitteln einschließlich der Planung von Essensmengen bis hin zur Mülltrennung und ordentlichen Reinigung der gebrauchten Gegenstände und benutzten Räumlichkeiten – alles sollten die Schülerinnen und Schüler selbst planen und durchführen.
Als Klassenleiterteam standen wir in erster Linie beratend und als Back-up im Hintergrund.
Rückblickend kann man nur lobend sagen: Das Vertrauen in die Schülerinnen und Schüler hat sich voll gelohnt: Alle konnten rechtzeitig am 21.07.2026 um 6.45 Uhr in den Zug Richtung Bayreuth und dann in den Bus Richtung Pottenstein umsteigen. Auf dem Zeltplatz angekommen, halfen diejenigen mit mehr Zeltaufbau-Erfahrung denen, die noch eher Neulinge waren, sodass alle Zelte schnell aufgebaut waren. Das Einkaufsteam richtete sich in der Küche ein und bereitete das Mittagsessen vor – hier entstanden die einzigen Spannungen der Fahrt: Es wollten zu viele Köche mitkochen. Ein Teil musste auf das Wischen nach dem Kochen und Essen und auf die Zubereitung des Abendessens vertröstet werden. Alle konnten sich nach dem Essen und Abwaschen auf ein Gruppenspiel einigen, danach wurde das Spielen in den Wald verlegt. Die Aufgabe von uns Lehrkräften beschränkte sich darauf, ein wachsames Auge auf die Schülerinnen und Schüler zu haben und vor dem Abendessen den Streit zu schlichten, wer jetzt Teig kneten und die Küche putzen durfte (hier setzten sich eine Jungencrew durch). Im Wald fand sich so viel Totholz, dass das nicht nur zum Backen von Stockbrot reichte, sondern das Lagerfeuer bis Mitternacht in Gang gehalten werden konnte. Bis dahin waren aber praktisch alle Schülerinnen und Schüler (nach mehreren „Werwolf“-Runden) schon in ihre Zelte geschlüpft…
Am nächsten Morgen saßen alle etwas verschlafen, teilweise auch leicht angefroren (es hatte nachts nur 7° Celsius), aber pünktlich am Frühstückstisch und ließen sich frisch aufgebackenes Baguette mit verschiedenen Aufstrichen schmecken.
Alle beteiligten sich dann am Aufräumen, Zeltabbauen, Verstauen, Verteilen von restlichen Lebensmitteln – alles funktionierte super, nur bei der Mülltrennung mussten die Lehrkräfte noch etwas Nachhilfe geben.
Nach ereignisreichen 26 Stunden machten sich alle wieder auf den Rückweg. Dass sie sich dabei viele Alltagskompetenzen angeeignet haben, haben die Schülerinnen und Schüler nur nebenbei mitbekommen… Im Rückblick konnten wir alle nur sagen: Viel Spaß gehabt, tolle Stimmung, keine Langeweile, alles super geklappt – kann man wieder machen!
Vielen Dank an alle Schülerinnen und Schüler, die diesen Tag zu einem tollen Erlebnis für alle gemacht haben, und an den Förderverein, der diese Aktion finanziell mit unterstützt hat.
Dörthe Hirschberg und Oliver Gloeck mit der und für die 8a