Fachkonzept Geografie

Ist Erdkunde das gleiche wie Geographie? Früher war Erdkunde ein Schulfach und Geographie eine Wissenschaft. Seit geraumer Zeit heißt das Schulfach an Bayerns Gymnasien ebenfalls Geographie, was der immens gestiegenen Bedeutung dieses Faches Ausdruck verleiht und seinen Anspruch unterstreicht. Man denke nur an Phänomene wie Globalisierung, europäische Integration, Klimawandel, Desertifikation oder weltweite Migrationsprozesse, die ohne geographisches Hintergrundwissen gar nicht verstanden werden können.

Warum Geographie? Das Schulfach Geographie besitzt ein echtes Alleinstellungsmerkmal, denn es vermittelt relevante Erkenntnisse verschiedener Geowissenschaften und ist somit das einzige Fach an unserer Schule, in dem sowohl natur- als auch gesellschaftswissenschaftliche Inhalte und Methoden eine Rolle spielen. In Geographie bleiben fächerübergreifender und sogar fächerverbindender Unterricht kein Wunschtraum.

Typisch für Geographie ist es in komplexen Zusammenhängen zu denken, Problemstellungen vielschichtig zu erfassen, zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten. Damit fördert Geographie in sehr hohem Maße das problemlösende Denkvermögen.

In welchen Klassen wird Geographie unterrichtet? Kann man in Geographie Abitur machen? Geographie wird am Gymnasium Münchberg in den Jahrgangsstufen 5, 7, 8 und 10 in jeweils zwei Wochenstunden unterrichtet, zumeist als eine Doppelstunde. In den Jahrgangsstufen 11 und 12 kann Geographie alternativ zu Wirtschaft/Recht als Qualifikationskurs gewählt werden. Damit ist Geographie als schriftliches und mündliches Abiturprüfungsfach (Kolloquium) denkbar. Außerdem umfasst das Angebot der Oberstufe regelmäßig W- und P-Seminare mit Geographie als Leitfach.

W-Seminare

P-Seminare

-   Naturkatastrophen (2009/11)

-   Der Mittelmeerraum (2010/12)

-   Mensch und Klima (2011/2013)

-   Urbane Räume (2012/14)

-   Der Orient im Wandel (2014/16)

-   Globale Herausforderungen (2015/17)

-   Lateinamerika (2016/18)

-   Aufbau einer Schulpartnerschaft in Liberia (2010/2012)

-   Schulpartnerschaft in Liberia (2011/2013)

Was wird in den einzelnen Klassenstufen gelernt? Als Gliederungsprinzip des Faches Geographie gilt in der Regel „vom Nahen zum Fernen“, wobei immer wieder globale Bezüge und Rückblicke auf den Heimatraum bzw. Deutschland erfolgen. Folgende Übersicht zeigt die räumliche bzw. regionale Verteilung geographischer Lerninhalte:

Jahrgangsstufe

5

7

8

10

11/12

 

Heimatregion

Bayern

Deutschland

Europa, EU

europäische   Regionen

Länderporträts

Tropen und Subtropen

Orient

Subsahara   Afrika

Lateinamerika

Indien und China im Vergleich

USA

Russland

Asiatisch-pazifischer   Raum

weltweite   Betrachtung

Deutschland

Welchen Beitrag leistet das Fach Geographie zur gymnasialen Bildung? Orientierung im Raum, Verantwortung für Natur und Umwelt, Identitätsfindung, Weltoffenheit und Toleranz, politische Bildung, problemlösendes Denken sowie Medien- und Methodenkompetenz sollen hier als ein paar Schlagworte genügen.

Muss man sich als Schüler einen Atlas anschaffen? Die Schüler lernen in Geographie vielfältige Arbeitsweisen, wobei Kartenarbeit nach wie vor als wichtigste fachspezifische Arbeitstechnik gilt. Daher sollen die Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe einen eigenen Weltatlas anschaffen und zu Hause nutzen (keine Lernmittelfreiheit). Wir haben den bewährten Diercke Weltatlas eingeführt. Atlanten sind auch in Schulaufgaben (Oberstufe) sowie der Abiturprüfung als Hilfsmittel zugelassen.

Sperrige Wandkarten existieren am Gymnasium Münchberg nicht mehr. Seit der Umstellung auf digitale Whiteboards stehen uns alle Karten aus dem Diercke Weltatlas in digitaler Form zur Verfügung (Schullizenz). Luft- und Satellitenbilder lassen auch besonders gut auf dem interaktiven Whiteboard bearbeiten. Daneben spielen die Gewinnung, Auswertung und Umsetzung von Daten aus klassischen Informationsquellen und zunehmend aus neuen Medien (Internet, geographische Informationssysteme – GIS) eine beutende Rolle im Unterricht, wobei hier stets auch Methodenkompetenz geschult wird.

Was ist das Besondere an Geographie? Immer wieder wird es Gelegenheit geben geographisches Wissen und Arbeitstechniken in der Praxis anzuwenden, z.B. bei eintägigen Exkursionen. Gerade hier zeigt sich auch, dass der Unterricht in Geographie stets auf Praxisnähe, Aktualität und Anwendungsbezug ausgelegt ist. Als „Ersatz“ für echte originale Begegnung im globalen Maßstab nutzt unsere Schule die FWU-Mediathek (Schullizenz) und die Angebote der Kreisbildstelle Hof.

Jahrgang

Beispiele für Exkursionsziele

5

-   Münchberger Planetenweg

-   Urweltmuseum Bayreuth

-   Stadterkundung mit Kartierung, v.a. Münchberg

-   Erkundung eines Bauernhofes

-   im Rahmen des Aufenthalts im Schullandheim (Fränkischer Jura)

7

-   Erkundung eines Industriebetriebes

8

-   Ökologisch-botanischer Garten Bayreuth

-   Orient/Islam: Islamische Gemeinde in Münchberg

-  Eine-Welt-Laden in Hof

10

-   Ausstellung oder Museum zu Regionen „China“, „USA“, „Russland“ etc.

Q11

-   Ressourcen: Expertenvortrag (z.B. Jugendoffizier der Bundeswehr) oder   Braunkohletagebau

Q12

-   Deutschland: stadtgeographische Exkursion in Nordbayern (z.B. Bamberg, Bayreuth)

Auch die Teilnahme an Wettbewerben (z.B. Diercke-/National-Geographic-Wettbewerb) wird den Schülern ermöglicht.

Der Geographie-Unterricht am Gymnasium Münchberg verwirklicht eine thematisch-regionale Sichtweise, Progressionssäulen zum Aufbau der Grundkompetenzen (methodisches Curriculum), Rück- und Ausblicke zur Vernetzung des Wissens, Topographie als durchgängiges Prinzip und insbesondere Nachhaltigkeit des Lernens (Grundwissen und Grundfertigkeiten).

Das vorliegende „Fachkonzept Geographie“ ist selbstverständlich den amtlichen Vorgaben, insbesondere dem „Lehrplan für das Gymnasium in Bayern“, verpflichtet. Gedankliche Übernahmen sind daher gewollt.